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Grafenbergbei HerrenbergDer Grafenberg ist ein Bergsporn am westlichen Schönbuch-Südhang mit trockenem Waldsaum und Halbtrockenrasen auf Bunten Mergeln am Steilhang. Das Mosaik von genutzten Obstwiesen, Hecken und gebüschdurchsetzten offenen Flächen ist Lebensraum seltener, gefährdeter Pflanzen und Tiere.
Aus der Pflanzenwelt sei v.a. die Ungarischen Platterbse genannt. Von dieser Pflanze gibt es in Deutschland nur zwei Standorte: einen am Hirschauer Berg bei Tübingen und den anderen am Grafenberg. Sonst ist sie ca. 300 km weiter östlich beheimatet. Bei uns ist sie ein Relikt aus einer Zeit mit anderen klimatischen Verhältnissen. Für ihren Verbleib spielt das warme und niederschlagsarme Kleinklima am Schönbuchhang eine wichtige Rolle.
Zur Tierwelt dieses Gebiets gehören zahlreiche Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel, Schnecken und Spinnen. Von der Vogelwelt sind besonders Neuntöter, Dorngrasmücke, Mittelspecht und Berglaubsänger hervorzuheben. Letztgenannter hat in Baden-Württemberg nur noch wenige isolierte Vorkommen und ist stark gefährdet. Vor dem Dreißigjährigen Krieg diente der Grafenberg vornehmlich dem Weinbau. 1935 wurden aber die letzten Weinberge aufgegeben. Seit dem 19. Jahrhundert spielt auch der Obstbau eine wesentliche Rolle. Heute begünstigt das warme Lokalklima der Umgegend den Anbau von Süßkirschen, die an den Hängen zu finden sind.
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