Herrenberg gilt als eine der schönsten Fachwerkstädte Baden-Württembergs. Die lückenlos erhaltenen historischen Gebäude sind ein besonderes Markenzeichen.
Vor allem das landläufig als "fränkisch" bezeichnete Fachwerk ist für den historischen Stadtkern charakteristisch. 1635 fielen die meisten Gebäude Herrenbergs einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer. Nur wenige mittelalterliche (alemannische) Hausbeispiele haben sich deshalb erhalten. Dennoch lässt sich in Herrenberg sehr gut fast die gesamte Fachwerkpalette Südwestdeutschlands vom 15. bis zum 19. Jahrhundert veranschaulichen.
Herrenbergs historischer Stadtkern ist reich an schönen Fachwerkbauten. Tafeln an ausgewählten Gebäuden weisen auf typische Eigenheiten des Fachwerks hin.
Rundweg: Ein einzigartiger Fachwerkpfad erklärt die Bauhistorie. 23 Stationen in einem Rundgang durch die Altstadt bieten Anschauungsmaterial zur gesamten Fachwerkpalette vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.
Wer die 146 Stufen zum Turm der Herrenberger Stiftskirche hinaufsteigt, hat nicht nur einen weiten Blick über Herrenberg und das Gäu, sondern bekommt auch ein Glockenmuseum zu sehen, das in seiner Art in Europa einmalig ist. Dieses Museum zeichnet sich dadurch aus, dass die Ausstellungsstücke nicht ausgedient haben, sondern ihre hergebrachten Aufgaben mit dem Ruf zum Gottesdienst, als Teil der Liturgie und als Aufforderung zum Gebet erfüllen. Hier können die Besucher Glocken in ihrer althergebrachten Funktion sehen und hören. Bilder und Tafeln erläutern Funktion, Klang und Herkunft jeder einzelnen Glocke. 27 Glocken werden zu verschiedenen Tageszeiten und Anlässen geläutet. Während der Öffnungszeiten kann man den Viertelstundenschlag, den Stundenschlag und das Läuten mindestens einer Glocke unmittelbar erleben.
Die Guldenglocke wurde 1602 in Esslingen für Herrenberg gegossen. Die Glockensammlung umfasst neben den historischen Herrenberger Glocken (Armsünderglocke, Guldenglocke, Mittagsglocke, Kreuzglocke, Taufglocke) wertvolle Einzelstücke aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Auch die älteste Glocke Deutschlands, die Haithabuglocke, ist in einer Kopie zu sehen.
Die ganze deutsche Glockengeschichte wird in Beispielen gezeigt. Aber auch einige hervorragende Exemplare neuerer Glockengießerkunst verdienen Aufmerksamkeit, so die klangvolle, von der Glockengießerei Bachert in Heilbronn 1999 gegossene Dominika.
Öffnungszeiten des Glockenmuseums: April ?Oktober: Mi 14.30-17.00 Uhr, Sa 14.30-18.00 Uhr, Sonn- und Feiertags: 14.30-16.00 Uhr, November bis März: Mi 14.30-16.00 Uhr, Sa 17.00-18.30 Uhr, Sonn- und Feiertags: 14.30-16.00 Uhr